Sanierung des DGH




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Mehr als 70 Helfer beteiligen sich an der Ausräumaktion des Platjenwerber Dorfgemeinschaftshauses


 Ausgelagert

ILSE OKKEN 21.03.2017 0 Kommentare

 

Platjenwerbe. Der Trägerverein des Dorfgemeinschaftshauses Platjenwerbe hatte gerufen und über 70 Helfer aller Altersgruppen kamen: In einer gemeinsamen Ausräumaktion packten sie mit an und halfen, den Treffpunkt im Zentrum des Ortes für die nächste Stufe der Sanierung fit zu machen.
Stühle schleppen statt Stühle rücken war in Platjenwerbe angesagt. (Ilse Okken)

 

Begeistert von der großen Resonanz zeigte sich Susanne Struckhoff, die für die Organisation der Arbeiten zuständig war. „Was wir heute schaffen, müssen wir später nicht durch teure Dienstleister machen lassen“, spornte sie die Helfer an. Abordnungen aus allen Vereinen, die im Trägerverein des Dorfgemeinschaftshauses zusammenge-schlossen sind, halfen.

 

Lange hatten die Nutzer des in den 1930er-Jahren ursprünglich als Turnhalle errichteten Dorfgemeinschaftshauses auf den Beginn der dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten warten müssen.  Nachdem klar war, dass die Hälfte der veranschlagten Kosten in Höhe von 329 000 Euro durch Mittel aus dem Leader-Programm der EU gedeckt sein werden, begann man im Dezember 2016 mit der Dachsanierung (wir berichteten). Diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Jetzt steht als zweiter Bauabschnitt die Kernsanierung im Innenbereich an. Neue bis zum Boden reichende Fenster werden für mehr Tageslicht sorgen. Eine Schallschutzdecke mit LED-Pendelleuchten ist ebenfalls vorgesehen. Die Sanitärräume, der Saal und die Küche werden in zeitgemäßem Stil aufgehübscht. In voraussichtlich vier Monaten sollen die Arbeiten in Platjenwerbes „guter Stube“ abgeschlossen sein. Dann soll das ausgelagerte Inventar wieder an seinen Bestimmungsort zurück gebracht werden.Susanne Struckhoff (oben links) kümmerte sich um die Organisation der Aktion und verteilte die Aufgaben an die Helfer. (Ilse Okken)

 

Jetzt ging es aber zunächst einmal darum, alles leer zu räumen. Die Stühle wurden gestapelt und gemeinsam mit den Tischen in einer privaten Scheune untergebracht. Für den Transport hatten zwei Unternehmer ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Vor den Lkw standen die Stuhlträger Schlange. „Wir nutzen Lagermöglichkeiten in ganz Platjenwerbe“, erzählte Susanne Struckhoff, die über den Abtransport Buch führte. So weiß sie später genau, wo was untergestellt wurde.

Schwer unterzubringen waren die großen Spiegel der Hip-Hop-Sportler und die kleine Bühne. Aber im Geräteraum der Sporthalle und in der Schulgarage wurde auch dafür ein Platz gefunden. Handwerklich versierte Helfer demontierten die alte Kücheneinrichtung und entsorgten die Teile. Eine neue Küche möchte der Trägerverein aus eigenen Mittel anschaffen. Geschirr, Bestecke und Gläser hatte Hausmeisterin Karola Borgmeyer mit Helferinnen aus der Seniorenbegegnungsstätte schon vorab bruchsicher in Kisten verpackt. Außerdem hatten sie schon Putzmittel und Reinigungsgeräte bereitgestellt, die später in der Schule eingelagert wurden.

Andere Helfer stiegen auf die Leiter und nahmen die betagten Gardinen ab, die im Schuttcontainer landeten. Ausgestattet mit Arbeitshandschuhen und Brecheisen halfen auch Kinder fleißig mit. Leon Boetzel, Mara Bulling und Anna Menken setzten fachgerecht den Kuhfuß an, um die hölzerne Wandverkleidung aus der Verankerung zu hebeln.  Alte Vereinsfahnen und Bilder wurden sorgfältig verpackt und ebenfalls eingelagert. Uta Bothe wischte schnell noch mit dem Staubtuch über ein Landschaftsgemälde, bevor Hans-Ulrich Janssen es wegtrug. Erika Osterloh und Sigrid Aue vom Platjenwerber Frauenchor freuten sich über ein altes Foto der Singgemeinschaft, das sie in der Küche entdeckt hatten.

Nachdem alle Arbeiten erledigt waren, stärkten sich die Helfer bei einem gemeinsamen Erbsensuppenessen. Spätestens im Sommer, wenn das ausgelagerte Inventar wieder in das frisch sanierte Gebäude zurückkehrt, wird man sich wohl bei gemeinsamer Umzugsarbeit wiedersehen.